Making of „Joy to the world …”

Warum macht ihr nicht mal eine Weihnachts-CD sind wir in all den Jahren von unseren Fans immer wieder gefragt worden..  Und als wir im Frühjahr auf der Suche nach neuen Zielen und Perspektiven waren, entschieden wir uns, dieses schon länger geplante Projekt endlich in die Tat umzusetzen:

Wir begannen in unserem Repertoire zu stöbern und beschlossen neben altbewährten Songs auch einige neue ins Programm aufzunehmen. Wenn es auch schon etwas ungewöhnlich war, im Mai „Stille Nacht“ zu hören, so war es dann doch noch krasser, in den Sommerferien mit den Proben anzufangen. Bei 30° im Schatten „Can Santa make it through tonight“ zu singen erzeugte zwangsweise ein australisches Weihnachtsgefühl – in Shorts und T-Shirt – ohne Schnee.

18 Lieder sollten auf die CD und die mussten erstmal richtig sitzen. Das war vor allem für die vielen neuen, jungen Mitglieder im Chor eine Herausforderung. Wir haben jede Gelegenheit genutzt, dieses Projekt zu unterstützen, so gut es irgendwie ging. Die Sängerinnen und Sänger wurden mit Noten und CDs zum Üben versorgt und die Probenarbeit intensiviert. Trotz der sommerlichen Hitze war das Engagement aller Beteiligten beeindruckend. Nach den Sommerferien klappten schon erstaunlich viele Stücke und dank eines ausgeklügelten Probenplanes hatte jeder die Möglichkeit, seine Schwächen auszubügeln.

Im August und September entstanden die Playbacks für die Lieder, zu denen dann der Chor singen sollte. Bei einigen Stücken haben wir versucht, uns möglichst nah ans Original zu halten, bei andern entstanden neue Arrangements, die aber auf die vorgegebenen Chorsätze zurückgriffen. Basti Schütrumpf spielte das Schlagzeug bei den meisten Songs live zu einem Click-Track ein, Steffi Eikemper steuerte ihren Bass zu einigen Stücken dazu, Saskia Schiele ergänzte die Songs durch weitere Keyboardparts. Und die Gitarre? Der ursprünglich eingeplante Gitarrist fiel aus privaten Gründen aus und wir wussten nicht, ob und wie wir das noch hinbekommen konnten… Und plötzlich, wie aus heiterem Himmel ergab sich eine neue Perspektive. Durch die guten Beziehungen zum Westerfelder Gospelchor „Nah dran“ erklärte sich dessen Chorleiter und Gitarrist Wolfgang Diehl spontan dazu bereit, die fehlenden Gitarrenparts einzuspielen. Und da er noch einen kompetenten und bereitwilligen Schüler, Benjamin Schüller hat, übernahm dieser dann auch noch einen Teil.

Die Solisten hatten mittlerweile auch ihre Hausaufgaben gemacht und so wurden bereits vor der geplanten CD-Freizeit etliche Solos aufgenommen. Manchmal klappte das nicht beim ersten oder zweiten Anlauf. Vor einem Mikrofon zu stehen und dann letztlich seine eigene Stimme mal vom „Band“ zu hören, war für viele neu und ungewohnt. Da kamen nicht selten die ersten Zweifel auf … „Oh mein Gott,  ist das meine Stimme ? Die klingt ja furchtbar…“ – "Keine Sorge, wir kennen nur diese eine Stimme von Dir und die mögen wir so an Dir, wie alles andere auch!“

So brauchten wir für die Solos je nach Länge zwischen einer und 10 Stunden ... Die B&S hatten zu Recht einen hohen Anspruch an das, was wir da umsetzen wollten und waren nicht so leicht zufrieden zu stellen. Und dieser gesunde Ehrgeiz ist letztlich mit verantwortlich für das positive Ergebnis dieser Produktion.

Für das letzte Wochenende der Herbstferien hatten wir den Hildegardishof in Waldernbach für die Aufnahmen gebucht. Bis dahin musste alles klappen. Mit der Zeit im Nacken hofften wir, alle 17 Titel (White Christmas hatten wir gestrichen) bis zu diesem Wochenende so einzustudieren, dass man sie aufnehmen konnte. Das würde bis zu dieser Freizeit ein Marathon werden.

An der Aufnahmefreizeit nahmen schließlich 32 B&S teil, die bis ans Ende der drei Aufnahmetage mit viel Geduld und guter Laune alles gaben, was möglich war. Und auch, wenn wir „nur“ 13 Titel aufnehmen konnten – das Ergebnis konnte sich hören lassen.

In den folgenden Tagen wurden die Aufnahmen systematisch durchgehört, Nebengeräusche herausgeschnitten und letztlich entschieden, welche „Tracks“ zu hören sein würden. Zwischendurch kamen immer wieder Solisten vorbei, um ihre Solos noch mal zu singen „ Das geht noch besser…“  

Dann bekam ich die CD mit Wolfgangs Gitarrenparts zurück .. Da wir beide das gleiche Aufnahmesystem benutzen, konnte er die Begleitungen und Soli zuhause aufnehmen und ich sie dann bei mir unkompliziert einbauen. Ich erinnere mich an den ersten Song den ich mit Wolfgangs Gitarre anhörte – ein riesiger „Aha – Effekt“.  Wolfgang du bist Spitze!!

Der Oktober ging vorbei und die Lieder nahmen langsam Formen an. Zwei der fehlenden drei Lieder nahmen wir in der kath. Kirche in Wehrheim im Rahmen einer Chorprobe noch auf, ein weiteres im Gemeindehaus ebenso, sowie ein bereits aufgenommenes, mit dessen Aufnahme aus Waldernbach sich nichts Brauchbares hatte anfangen lassen.

Dann kam der wichtigste Teil der Arbeit. Das Abmischen der Lieder. Da meine geplante Urlaubsreise aufgrund einiger gesundheitlicher Missstände ausfallen musste, hatte ich für die Fertigstellung der Songs plötzlich mehr Zeit als ursprünglich geplant und das war klasse. Bis zum 20.11. musste der CD-Premaster sowie die Druckvorlagen für CD-Spiegel, Inlaycard und Booklet in Berlin zur Vervielfältigung vorliegen. Die Gestaltung überließ ich unserm bewährten Grafiker Martin Noz der unter der portugiesischen Sonne sicher wieder einige kreative Ideen haben würde.

Mitte November war das Cover dann fertig und wir finden es toll – Danke Martin! Und die CD? Obwohl die Arbeiten gut voran gingen, wurde es bis zur Deadline dann doch noch mal richtig knapp.

Einen Tag bevor wir die CD-Vorlage zur Vervielfältigung abgeben wollten, machten wir spontan aus Nicos Stille-Nacht-Solo ein Duett … Ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, dass bei diesem Lied noch etwas fehlte.. Als Kim es sang, wusste ich plötzlich, dass es genau das gewesen war.

Ich wollte die Premaster – CD Donnerstag Nachmittags mit der Post endlich abschicken, hatte etliche Male alles auf mehreren Musikanlagen angehört, vom Aldi-Radio-CD-Wecker über den Chor-Ghettoblaster bis hin zu Highend-Studiomonitoren in Nano-Nanos Musicstation.

Und doch fiel mir der kleine Knackser am Beginn eines Liedes erst in letzter Sekunde auf. So wurde der Briefkasten an jenem Donnerstagabend ohne unsere CD geleert – und das war gut so … Ich machte mich gleich an die Arbeit. Woher der Knackser kam, ließ sich nicht feststellen und auch nicht eliminieren, so musste ich das komplette Lied noch mal neu zu arrangieren. Danach klang es besser als zuvor – und ohne Knackser.

Ich rief am nächsten Tag beim CD-Werk an und man sagte mir, dass die Unterlagen am Montag auch noch rechtzeitig da sein würden.. Und so nutzte ich den Freitag, um die ein oder andere Kleinigkeit noch zu ändern, dabei fielen mir immer wieder irgendwelche Details auf, die unbewusst schon immer gestört hatten, und einfach ignoriert worden waren. Es wurde Freitagnacht und meine Ohren wurden sehr müde. Ich ging zwischendurch immer wieder mal raus, im Schneesturm einmal um den Block um dann mit abgekühlten Gehörgängen weiter zu arbeiten. Ich wollte jetzt wirklich jede Minute nutzen, um allen Songs den allerletzten Schliff zu geben. Es war fünf Uhr am Morgen, als ich mich hinlegte und um halb sieben stand ich putzmunter wieder auf und machte weiter. Gegen halb zwölf kam mir der Gedanke, dass ich die CD ja auch in einen Sonntagsbriefkasten werfen könnte – dann blieb mir noch ein weiterer Tag. Und so machte ich dann noch immer weiter. Es war Mitternacht als ich mit dem Brief in der Hand zum Sonntagsbriefkasten ging … vor mich hinsummend: Stille Nacht, heilige Nacht, alles schläft – es ist vollbracht.

Montagmorgen war die CD in Berlin. Die Drucksachen nach kurzer Korrektur auch freigegeben. Nachmittags rief eine nette Dame des Presswerks an und wir besprachen noch die Lautstärkeänderung eines Titel… Stille Nacht war einfach zu leise … aber sonst ist alles in Ordnung und die CD wird ab Anfang Dezember erhältlich sein.

Noch eine kleine Geschichte zu dieser CD

Ich hatte Mitte Oktober eine große Kerze gekauft und diese Kerze brannte jedes Mal, wenn ich an der CD arbeitete. An dem Donnerstag als ich die CD-Vorlage ans Presswerk schicken wollte, dachte ich … "Naja, Kerze - da war ich doch wohl etwas schneller als du" ... , denn sie war noch nicht ganz abgebrannt.

Kurz bevor ich die CD zur Post bringen wollte, hörte ich dann den oben beschriebenen Knackser … Auch das noch, dachte ich ... aber okay ... vielleicht ist´s gut, vielleicht ist´s schlecht ... Also arbeitete ich weiter an der CD und die Kerze brannte weiter ...den ganzen Freitag und die ganze Nacht bis in den frühen Samstag … Irgendwie hatte ich Freitag Nacht plötzlich das Gefühl, dass die Kerze etwas mehr mit der CD zu tun haben würde... das Licht mir (bildlich gesehen) hier den Weg weisen würde ...

Der Samstag verging und mittlerweile brannte nur noch ein Docht von zweien.. Es war kaum noch Wachs übrig, aber die Kerze wollte nicht ausgehen ... Ich fand noch immer Kleinigkeiten, die sich verbessern ließenund irgendwann , es war gegen Mitternacht, hatte ich das Gefühl, am Ziel angekommen zu sein ... Ich „brannte“ die CD und als sie fertig gebrannt war ... war auch die Kerze ausgebrannt .. Das Gefühl war und ist noch immer unbeschreiblich ... Ich hatte das Gefühl, dass mich dieses Licht die ganze Zeit begleitet hat und die Wärme und das Licht dieser Kerze haben sich hoffentlich auch in die CD eingebrannt und vermitteln das, was wir, der Chor und ich durch dieses Projekt erlebt und erfahren durften.

Nach unzähligen, Stunden intensiver Arbeit ist sie nun fertig, unsere 7. CD:

 

„Joy to the world“

 

An dieser Stelle herzlichen Dank an alle, die unser Projekt unterstützt haben:  

 

Danke an alle Brothers & Sisters, die die harte Probenarbeit des letzten halben Jahres ernst genommen haben und mit soviel Elan, Geduld und Motivation bei der Sache waren – Das hier ist Euer Werk!

Danke an Wolfgang Diehl und Benjamin  Wolfgang Diehl & Benjamin Schüller für ihren spontanen und unkomplizierten Einsatz

Danke an Martin Noz für das tolle Cover

Danke an die die kath. Kirchengemeinde Wehrheim für die Bereitstellung der Räumlichkeiten

Danke an den Hildegardishof Waldernbach und sein unschlagbares Team

Danke an Doro, Katja, Hartmut und Martin @ CueSound, für die tolle Zusammenarbeit und schnelle Produktion.

Danke an alle Eltern, Freunde & Fans, die uns in guten und weniger guten Tagen unterstützt und Mut gemacht haben - Toll, dass es Euch gibt.

Und letztlich Danke an unseren lieben Gott, für all die Freude die wir bei den B&S erfahren und die wir bei der Umsetzung dieses Projektes erfahren durften.